Was gehört zur Entkernung und was nicht?
Bei einer Entkernung wird ein Gebäude oder eine Wohnung bis auf die tragende Struktur zurückgebaut. Die Kosten der Entkernung hängen direkt davon ab, was alles raus muss. Übrig bleiben Außenwände, tragende Innenwände, Decken und das Dach, also der Rohbau. Raus kommt typischerweise alles andere:
- Nichttragende Trennwände aus Leichtbau oder dünnem Mauerwerk
- Alte Deckenverkleidungen und abgehängte Konstruktionen
- Bodenbeläge und Estriche bis auf die Rohdecke
- Türen, Zargen und Einbauten wie alte Küchen und Schränke
- Sanitärobjekte und Altinstallationen, also stillgelegte Elektro-, Wasser- und Heizungsleitungen
Nicht dazu gehört der Eingriff in die Statik: Durchbrüche durch tragende Wände sind ein eigenes Gewerk mit Statiker und Abfangung und werden separat geplant.
So läuft eine Entkernung Schritt für Schritt ab
- 1. Bestandsaufnahme: Welche Wände sind tragend, welche nicht? Bei Unklarheit entscheidet ein Statiker, nicht das Bauchgefühl. Gleichzeitig wird der Bestand auf Schadstoffe eingeschätzt.
- 2. Entsorgungskonzept: Vor dem ersten Schlag steht fest, welche Materialien anfallen, wie sie getrennt werden und welche Container gebraucht werden. Sortenreine Trennung spart bares Geld bei der Entsorgung.
- 3. Leitungen stilllegen: Strom, Wasser und Gas werden fachgerecht abgeklemmt und gesichert, bevor Wände geöffnet werden.
- 4. Rückbau in Schichten: Erst Einbauten und Beläge, dann Verkleidungen, dann die nichttragenden Wände, kontrolliert und in der richtigen Reihenfolge, mit Staubschutz zu bewohnten Bereichen.
- 5. Entsorgung und Übergabe: Der Bauschutt geht getrennt in die Verwertung, mit Nachweisen. Am Ende übergeben wir einen besenreinen Rohbau, auf dem der neue Ausbau direkt starten kann.
Schadstoffe und Entsorgung: der unterschätzte Teil
In Gebäuden aus den 1960er- bis 1990er-Jahren stecken oft Materialien, die heute als Schadstoffe gelten: Asbest in alten Bodenklebern, Fliesenklebern und Leichtbauplatten, künstliche Mineralfasern in Altdämmungen, PAK-haltige Kleber oder bleihaltige Anstriche. Solche Bauteile dürfen nur von zugelassenen Fachfirmen nach den Vorgaben der Gefahrstoffverordnung ausgebaut und entsorgt werden.
Auch ohne Schadstoffe gilt: Bauabfälle müssen getrennt und nachweisbar entsorgt werden, von Bauschutt über Holz bis Mischabfall. Wer alles in einen Container wirft, zahlt drauf, und wer Schadstoffe unbemerkt mit entsorgt, riskiert empfindliche Bußgelder. Ein sauberes Entsorgungskonzept gehört deshalb bei uns zu jedem Angebot.
Kosten: grobe Richtwerte pro Quadratmeter
Seriös sind auch hier nur Spannen, denn Umfang und Bestand unterscheiden sich stark. Als grobe Orientierung:
- Entkernung einer Wohnung oder eines Hauses: häufig etwa 30 bis 80 € pro m² Wohnfläche, inklusive Container und Entsorgung.
- Mit erschwertem Zugang (Obergeschoss ohne Aufzug, enge Innenstadt) oder viel Estrich-Rückbau: eher am oberen Ende.
- Mit Schadstoffsanierung: deutlich darüber, je nach Befund. Das lässt sich erst nach der Prüfung beziffern.
Wichtig: Das sind Richtwerte. Nach einer Besichtigung bekommen Sie von uns ein schriftliches Angebot mit klaren Positionen, inklusive Entsorgung, damit am Ende keine Überraschungen auf der Rechnung stehen. Womit Sie für die neuen Wände danach rechnen sollten, zeigt der Ratgeber Trockenbauwand Kosten.
Warum die Entkernung in Fachhände gehört
Auf den ersten Blick sieht Entkernen nach Arbeit aus, die jeder mit einem Vorschlaghammer erledigen kann. In der Praxis entscheiden drei Dinge über Erfolg oder Desaster: die richtige Einschätzung, was tragend ist, der sichere Umgang mit Altinstallationen und Schadstoffen, und die legale, wirtschaftliche Entsorgung. Dazu kommt der Anschluss ans nächste Gewerk: Wir entkernen so, dass der neue Ausbau direkt starten kann, etwa wenn Sie danach das Dachgeschoss ausbauen wollen, ohne Nacharbeiten an Anschlüssen und Untergründen. Genau so arbeiten wir bei Abbruch und Entkernung in Freiburg: Von unserem Trockenbau-Standort in Heitersheim aus übernehmen wir Rückbau und neuen Ausbau im ganzen Markgräflerland. Aus einer Hand geplant spart das Wochen im Bauablauf.